Bienen in der Stadt – Ein Herz für Wildbienen

Mittelschüler eröffnen ihr erstes Wildbienenhotel

Mittelschüler bauen zwei Hotels für Wildbienen

„Bad Neustadt ist mit den neuen Wildbienenhotels um zwei echte Attraktion reicher“, freut sich Bürgermeister Bruno Altrichter bei der offiziellen Eröffnung in der Hoffmannsanlage, nahe der Falaiser Brücke. Hierzu hatten sich neben Mitarbeitern der Stadt und des Bauhofes auch Lehrkräfte und Schüler der Mittelschule Bad Neustadt eingefunden, die das Wildbienenhotel geplant und in mühevoller Kleinarbeit vollendet hatten.

Als äußerst gelungen und von hervorragender Qualität wurde das Bienenhotel von allen Anwesenden bezeichnet, auch Umweltreferentin Franziska Burmester lobte das gelungene Konzept.

Vor einem knappen Jahr war die Stadt Bad Neustadt an die Schulen mit einer Ausschreibung für ein solches Wildbienenprojekt herangetreten. Fachlehrerin Ruth Damovsky hatte sich sofort bereit erklärt und legte bereits im Herbst ihre Pläne vor.  In Stadtbaumeisterin Barbara Stüdlein, Konrad Wehe und Jürgen Romfeld vom Bauhof fand sie engagierte Unterstützer. Allen voran aber benötigte sie die Hilfe und das große Fachwissen von Winfried Jordan, dem leidenschaftlichen Imker aus Brendlorenzen. Er zeigte sich begeistert vom Endergebnis: „Nie hätte ich gedacht, dass das Hotel so schön werden wird – ein richtiger Hingucker.“

Außerdem freue er sich ungemein über das Engagement der Lehrerin und der Schüler. „Alle können stolz sein, so ein tolles Projekt für die Allgemeinheit zu Ende gebracht zu haben. Wenn man Anreize schafft, seine Mitmenschen zu sensibilisieren, dann wird mir um unsere Natur nicht bange.“

Jordan wünscht sich, dass die Jugendlichen sich auch weiter um „ihr“ Projekt kümmern und somit ihren Beitrag zu Thema Nachhaltigkeit leisten können. Denn im Rahmen der nun angenommenen Wildbienenpatenschaft sollen auch die künftigen Schüler die einzelnen Kästen durch Unterrichtsgänge immer wieder kontrollieren, ob diese von Parasiten befallen sind und ausgetauscht werden müssen.

Für Ruth Damovsky geht eine spannende und intensive Zeit mit dem Bau des Bienenhotels zu Ende. „So viele Menschen haben voller Freude an dem Projekt mitgewirkt, immer wurde auf meine Fragen und Bitten offen und herzlich eingegangen. Man sieht nämlich dem fertigen Kunststück gar nicht, wie viel Material verarbeitet wurde“, so die Fachlehrkraft.

Alle Jahrgangsstufen waren an dem Projekt beteiligt. Im Rahmen des Technik-Unterrichts wurden Holzkästen gebaut und Nisthilfen hergestellt. Das Material aus Buchen- und Eichenholz spendeten die Firmen Schreinerei Büchs, Schreinerei Schmitt (beide aus Salz) und Holzbau Hein aus Bad Neustadt. Für die Rahmen, die Gabionen und das Aufstellen zeigte sich der Bauhof verantwortlich.

„Jede Minute, die wir in das Bienenhotel investiert haben, war es wert“, stellte Damovsky nun im Nachhinein fest. Sie selbst habe sich von der Begeisterung des Bienenliebhabers Jordans anstecken lassen und warte nun gespannt darauf, ob und  wann die Insekten den Weg dorthin fänden.

Darauf hatte Bauhofleiter Konrad Wehe den passenden Kommentar: „Wenn die ersten Bewohner eingezogen sind, werde ich dem Einwohnermeldeamt sofort Bescheid geben.“

Das zweite, baugleiche Wildbienenhotel kann am Lebenhaner Weg begutachtet werden.


Wildbienen

Außer der Honigbiene des Imkers gibt es andere zahlreiche wildlebende Bienen. Sie zeichnen sich für eine ausgeprägte Brutpflege aus und sind hochgradige Spezialisten mit unterschiedlichen Nistweisen und Ansprüchen an ihre Nahrung. Keine andere Insektengruppe hat eine solch enge Blütenbindung. Viele Arten sind von ganz bestimmten Pflanzen als Pollenquellen abhängig. Aufgrund ihrer Artenfülle und ihrer vielfältigen Anpassungen haben Wildbienen auch als Bestäuber zahlreicher Wild- und Nutzpflanzen eine hohe Bedeutung. Alle Arten sind deshalb besonders geschützt.

vom Aussterben bedroht

Von den 560 in Deutschland bisher nachgewiesenen Bienenarten ist über die Hälfte im Bestand bedroht. Hauptgründe für den starken Rückgang sind außer der Zerstörung der Nistplätze vor allem die Verminderung des Nahrungsangebots, meist infolge der intensiven Landwirtschaft.
Schutzmaßnahmen haben daher zum Ziel, das Nist- und Nahrungsangebot nicht nur in der freien Landschaft, sondern auch im Siedlungsbereich wirksam zu verbessern. Die Förderung von Wildbienen ist auch im Garten sinnvoll und machbar und bietet zudem die Möglichkeit vieler faszinierender Beobachtungen.

© 2016-04-12 Text und Fotos: M. Greier (Mittelschule Bad Neustadt)

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