Poetry-Slam - Dichterwettstreit an der Mittelschule

„Magst du die Gedanken von Jugendlichen aus anderen Ländern kennenlernen?“ Diesem Thema stellen sich Schülerinnen und Schüler der sechsten Jahrgangsstufe der Mittelschule Bad Neustadt am kommenden Freitag beim Poetry-Slam – einem Dichterwettstreit.

Zuvor werden die Mädchen und Jungs in einem Workshop auf das anstehende Ereignis vorbereitet. „Ziel ist es, die eigenen Gedanken frei in Worte fassen zu können, ohne grammatikalische oder der Rechtschreibung entsprechenden Bewertung“ erklärt Margret O‘Connor, die  Klassenlehrerin aus der 6cG, die das Projekt mit den beiden Workshop-Leitern Pauline Füg und Manfred Manger nach Bad Neustadt holte.

„An unserer Mittelschule  ist der Anteil an ausländischen Kindern hoch“ erklärt die Lehrerin. „So ergibt sich die Möglichkeit, Einblicke in die verschiedensten Kulturen zu bekommen und die Geschichten dieser Kinder - vielleicht in Deutsch oder in deren Muttersprache - zu hören“.

In der Ausschreibung heißt es: Du hast Lust, mal was anderes zu machen,  bist kreativ? Du interessierst dich für die Welt und die Menschen und möchtest wissen, was die anderen zu sagen, brüllen, wispern haben?

„Da es in der Region Schweinfurt sehr gute Erfahrungen mit dieser Art des Poetry-Slam gibt, wollen wir dies auch an unserer Schule einer breiten Öffentlichkeit vorstellen“, sagt Margret O’Connor. „Ab Mittwoch findet der Workshop für die Kinder statt und am Freitagabend werden sie vor allen Gästen das Gelernte auf die Bühne bringen“.

Daher lädt die Schulleitung alle Eltern, Lehrerkollegen, Schüler und Freunde der Mittelschule am Freitagabend um 18:30 Uhr zum Dichterwettstreit ein. Die Veranstaltung ist kostenlos, Spenden werden aber gerne angenommen.

Erklärung WortArtikulAtion – Perspektivenwechsel

Vorneweg – es ist egal ob die Teilnehmer deutsch, afghanisch, arabisch oder englisch sprechen. Angesprochen sind junge Menschen zwischen dreizehn und zwanzig Jahren. Zusammen mit Übersetzer_innen arbeiten die Profi-Slammerin und Diplom-Psychologin (Kulturförderpreisträgerin der Stadt Würzburg 2015) Pauline Füg und der Autor und Pädagoge Manfred Manger mit den Teilnehmer an spannenden Geschichten, magischen Gedichten und lustigen Texten!

Von der ersten Idee bis zum fertigen Text und zur Performance auf der Bühne gibt es Tipps und Tricks frei  nach Rückerts Motto „Weltpoesie ist Weltversöhnung“. Was da so leicht und locker formuliert ist, folgt dem einzigartigen Konzept von Pauline Füg Fragen wie, was hat Kultur mit Identität zu tun, wo stoßen wir im Alltag auf Verschiebungen oder Unterschiede, die kulturell begründet sind – und was bitte ist eigentlich "Kultur" stehen dabei im Mittelpunkt. In dieser Auseinandersetzung mit sich selbst, der Umwelt, Migration und "Anderssein" werden die Teilnehmer professionell angeleitet. Erarbeitet werden Texte und Denkansätze zum Thema Interkulturalität über kreative Schreibübungen, in Gesprächsrunden und mittels Theater- und Sprechübungen, in denen die selbstgeschriebenen Texte zum performativen Erlebnis werden.

© Michaela Greier